Die Uhr erwacht zum Leben. 

Bis jetzt waren alles nur Einzelteile – gedreht, gefräst, poliert, verziert, vergoldet. Jetzt nimmt das Uhrwerk in mehreren Schritten Gestalt an. 

Der Uhrmacher setzt mit einem Einpressstock die Lagersteine für die Wellen der Zahnräder in Platine und Brücken ein. Ein entscheidender Vorgang: Wie er die Steine einpresst, beeinflusst das korrekte Höhenspiel des Räderwerks. Greifen die Zahnräder und Triebe richtig ineinander? Oder müssen sie in der Höhe um ein paar hundertstel Millimeter justiert werden? Ist das Räderwerk eingestellt und sind  Brücken und Platinen verschraubt, werden mit einem Spezialwerkzeug die Aufzugsfedern gespannt und in die Federhäuser montiert. Mit der Montage der Hemmung aus Ankerrad, Anker und Unruh erwacht das Uhrwerk zum Leben. 

Noch kann die Uhr aber nicht zusammengebaut werden. Erst wird das Werk nochmals komplett zerlegt. Alle Teile werden in Reinigungsbädern gewaschen und getrocknet und wieder zusammengebaut und geölt. Nach der Einregulierung setzt der Uhrmacher die Zeiger, baut das Werk ins Gehäuse ein und verschraubt den Boden. Auf dem Uhrenbeweger wird die fertige Uhr über mehrere Tage einem Gangtest unterworfen. Auch ihre Wasserdichtigkeit kommt auf den Prüfstand. Erst wenn die Uhr alle Qualitätskontrollen bestanden hat, ist sie bereit für den Kunden.

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